SIBO oder „nur“ Reizdarm?
Warum die richtige Diagnose entscheidend ist

Blähbauch, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall – viele Menschen
erhalten bei diesen Beschwerden schnell die Diagnose Reizdarmsyndrom.

Doch was viele nicht wissen: Hinter diesen Symptomen kann auch SIBO stecken.
SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth, also eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms.
Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied zum klassischen Reizdarm.

SIBO vs. Reizdarm – wo liegt der Unterschied?

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Diagnose. Das bedeutet: Beschwerden sind vorhanden, aber oft findet sich in Standarduntersuchungen keine eindeutige Ursache.
SIBO hingegen hat eine konkrete, messbare Ursache:

Bakterien, die eigentlich überwiegend in den Dickdarm gehören, siedeln sich im Dünndarm an und beginnen dort, Kohlenhydrate zu fermentieren. Dabei entstehen Gase wie Wasserstoff oder Methan – und genau diese verursachen typische Beschwerden.
Viele Menschen mit einer Reizdarmdiagnose leiden in Wahrheit an einer unerkannten SIBO.

Die 3 Formen von SIBO

Heute unterscheidet man drei Hauptformen:

1.Wasserstoff-dominante SIBO
Typisch bei Blähungen, Bauchschmerzen und eher Durchfall.

2. Methan-dominante IMO (Intestinal Methanogen Overgrowth)
Führt häufig zu Verstopfung, träger Verdauung und starkem Völlegefühl.

3. Wasserstoffsulfid-dominante Form
Noch weniger bekannt, aber oft verbunden mit Durchfall, Übelkeit und teils charakteristisch schwefelig riechenden Blähungen.

Wie entsteht SIBO?

SIBO hat fast immer eine zugrunde liegende Ursache. Häufige Auslöser sind: 

  • verlangsamte Darmbewegung
  • Magensäuremangel
  • chronischer Stress
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Nahrungsmittelvergiftungen
  • langfristige Einnahme von Säureblockern
  • anatomische Veränderungen im Darm

Ein oft unterschätzter Faktor sind Operationen im Bauchraum.
Narben, Verwachsungen und Verklebungen nach OPs (z. B. Kaiserschnitt, Blinddarm-OP, Endometriose-Operationen) können die natürliche Darmbeweglichkeit einschränken. Der Darminhalt wird dann nicht mehr optimal weitertransportiert – ideale Bedingungen für eine Fehlbesiedlung.

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Warum ein Atemgastest so wichtig ist

Symptome allein reichen nicht aus, um SIBO sicher festzustellen.
Der wichtigste diagnostische Schritt ist ein spezialisierter Atemgastest.
Dabei wird nach Einnahme einer Testlösung gemessen, ob vermehrt Wasserstoff- oder Methangase abgeatmet werden.

Nur so lässt sich feststellen:

ob tatsächlich SIBO vorliegt
welche Form vorhanden ist
wie die Behandlung individuell angepasst werden sollte

Ohne Test wird oft „ins Blaue hinein“ behandelt – mit entsprechend mäßigem Erfolg.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Die Ernährung verursacht SIBO meist nicht direkt – sie beeinflusst aber maßgeblich die Symptome.
Bestimmte Kohlenhydrate (vor allem fermentierbare FODMAPs) dienen den fehlbesiedelnden Bakterien als Nahrung. Das kann Beschwerden deutlich verstärken.

Eine gezielte Ernährungsstrategie kann helfen:

  • Symptome zu reduzieren
  • den Darm zu entlasten
  • die Behandlung zu unterstützen

Wichtig:
Eine restriktive Ernährung allein beseitigt die Ursache meist nicht.

Wie wird SIBO behandelt?

Eine erfolgreiche Behandlung besteht oft aus mehreren Bausteinen:

1. Reduktion der Fehlbesiedlung
Je nach Befund durch:

  • schulmedizinische Antibiotika
  • pflanzliche antimikrobielle Präparate („natürliche Antibiotika“) wie ausgewählte Kräuterstoffe

2. Verbesserung der Darmmotilität

Damit der Dünndarm sich wieder effektiv selbst reinigen kann.

3. Ursachenbehandlung
Zum Beispiel:

  •  Narben- und Adhäsionsbehandlung
  • Unterstützung der Verdauungsfunktion
  • Stressregulation
  • Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen

4. Individuelle Ernährungstherapie

Warum die Rückfallquote so hoch ist

Viele Betroffene erleben Rückfälle, weil häufig nur die Bakterien reduziert werden – nicht aber die eigentliche Ursache.

Wenn z. B. Verwachsungen, eine gestörte Darmbeweglichkeit oder andere Auslöser bestehen bleiben, kann die Fehlbesiedlung zurückkehren.

Deshalb ist ein ganzheitlicher Blick entscheidend.

Mein Ansatz in der Praxis

Ich bin auf die Behandlung von SIBO und funktionellen Darmbeschwerden spezialisiert.
In meiner Praxis schauen wir nicht nur auf die Symptome, sondern gehen den Ursachen auf den Grund – inklusive fundierter Diagnostik, individueller Therapieplanung und begleitender Ernährungsberatung.
Wenn du unter Blähbauch, Verdauungsbeschwerden oder einer Reizdarmdiagnose leidest und dich fragst, ob vielleicht SIBO dahintersteckt, berate ich dich gerne individuell.

Ganz herzliche Grüße, Ulrike Trump

Naturheilpraxis Ulrike Trump